Sonntag, 25. Mai 2008
Logik des Unsinns
Und hier nochmal an passender Stelle - den Link hatte ich im Februar schonmal geposted, - hier gekürzt:
Zu Wort kommen u.A. Carroll, Deleuze, Edward Lear und Wittgenstein.

Aus der "Jungle World" Ausgabe 2, 1998
Link bitte komplett ausdrucken und lesen!

Die Logik des Nonsense
Von Stefan Ripplinger

(1) Der Nonsense ist kein Unsinn.

(2) Der Unsinn ist ein Wort und ein Konzept.
(2.1) Wörter und Konzepte sind, soweit sie verstanden werden können, sinnvoll.
(2.2) Wörter und Konzepte werden von uns gemacht.

(3) Das Konzept Unsinn ist eine vernünftige Reaktion auf eine unvernünftige Welt.

(6.2.3.2) Der Nonsense hat kein Ziel, aber einen Zweck: Er soll die Strukturen des Denkens offenlegen.

[...]

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Freitag, 21. März 2008
Alice begegnet der vierten Dimension
Texte und Animationen von Stefan Scheller basierend auf Alice im Wunderland, die die vierte Dimension erklären. Sehr anschaulich.:

"Es war schon fast Abend, da begegnete Alice wieder ihrem Freund Caterpillar, der dicken Raupe. Caterpillar saß wie immer zufrieden rauchend auf seinem Fliegenpilz. "Ich habe Dir etwas mitgebracht", sagte Alice, "einen gläsernen Würfel!". Die dicke Raupe schwieg und paffte nur ein paar Rauchringe in die warme Abendluft. "Sieh nur, dicke Raupe, ich habe hier einen schönen dreidimensionalen Würfel - acht Ecken, zwölf Kanten und sechs Seiten." [...] hier gehts weiter!

Und so sieht es aus, wenn ein 4-Dimensionaler Würfel (mit 16 Ecken, 32 Kanten, 24 Flächen und 8 Seiten) unseren 3-Dimensionalen Raum durchdringt.

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Freitag, 29. Februar 2008
Textarc reading Alice In Wonderland


sehr spannendes Tool! bestimmt eine kreative Hilfe beim Stück schreiben! Aber achtung:
mindestens PentiumIII erforderlich!!!

https://textarc.org/Alice.html

A TextArc is a visual represention of a text—the entire text (twice!) on a single page. A funny combination of an index, concordance, and summary; it uses the viewer's eye to help uncover meaning. Here are more detailed overviews of the interactive work and the prints.

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Mittwoch, 20. Februar 2008
kurt schwitters
Perhaps Strange

The world is full of goods trains
The passengers are cows
And milk and butter.
And cheese and lovely marmelade
And bulls and horses,
And cocks and hens.
The cow is mother to the milk,
And grandma both to cheese and butter.
The cheese is cousin to the marmelade.
The horse is cousin to the cock
The hen lays eggs.
The egg is cousin to the cheese and butter,
The son and daughter of the milk.
Isn't it strange?
It is.

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Seepferdchen und Flugfische

tressli bessli nebogen leila
flusch kata
ballubasch
zack hitti zopp

zack hitti zopp
hitti betzli betzli
prusch kata
ballubasch
fasch kitti bimm

zitti kitillabi billabi billabi
zikko di zakkobam
fisch kitti bisch

bumbalo bumbalo bumbalo bambo
zitti kitillabi
zack hitti zopp

treßli beßli nebogen grügrü
blaulala violabimini bisch
violabimini bimini bimini
fusch kata
ballubasch
zick hiti zopp

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kurt schwitters
Sie puppt mit Puppen
Die Puppen puppen mit kleinen Puppen,
Die kleinen Puppen puppen mit winzigen Puppen,
Die winzigen Puppen puppen mit Püppchen,
Die Püppchen puppen mit kleinen Püppchen,
Die kleinen Püppchen puppen mit winzigen Püppchen,
Die winzigen Püppchen puppen,
Keiner puppt mit ihr.
Ah, Du meine Puppe,
Meine süße Puppe;
Mir ist alles schnuppe,
Wenn ich meine Schnauze
Auf die Deine - bauze.
Püppchen Schnüppchen
Puppe Schnuppe
Schnuppe bauze.
Die bäuzchen, Püppchen, Puppenfraun
Sie machen nur noch schnauze bauze.

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Dienstag, 19. Februar 2008
WER BIST DU?
"Schließlich nahm die Raupe die Wasserpfeife aus dem Mund um mit träger, schläfriger Stimme Alice anzusprechen. 'Wer bist du?' fragte die Raupe. Das war kein besonders ermutigender Anfang für ein Gespräch. Schüchtern antwortete Alice: 'Ich ... ich weiß nicht recht, Sir ... im Augenblick. Ich weiß zwar, wer ich war, als ich heute morgen aufstand, aber seither bin ich wohl ein paar Mal verwandelt worden.' 'Was meinst du damit?' sagte die Raupe streng. 'Erkläre Dich genauer!' 'Ich kann mich leider nicht erklären, Sir,' sagte Alice, 'denn ich bin gar nicht ich, verstehen Sie?'"

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Samstag, 16. Februar 2008
Caucus-Rennen und was daraus wird
In den USA und in einigen Commonwealth Ländern wird der Begriff Caucus noch in weiterem Sinne verwendet. In USA werden so allgemein politische Interessensgruppen genannt. Zu den bekanntesten zählen neben den Congressional Caucuses der Demokraten und Republikaner der "Congressional Black Caucus" und der "Congressional Hispanic Caucus", die parlamentarischen Interessensgruppen der Schwarzen und Hispanics. In Kanada und Neuseeland bezeichnet Caucus eine Gruppe von Parlamentariern, die der gleichen Partei angehören, etwa im Sinne einer Fraktion. In Australien dagegen heißt nicht die Fraktion selbst so, sondern nur die regelmäßigen Treffen der Parlamentarier einer bestimmten Partei, der Labor Partei. Der Begriff wurde in Australien von einem gebürtigen Amerikaner zu Beginn des letzten Jahrhunderts anlässlich der ersten Regierungsbildung eingeführt.

Der britische Schriftsteller Lewis Carroll hat den Caucus bereits 1885 in seinem Buch Alice im Wunderland erwähnt. Das dritte Kapitel: "Caucus-Rennen und was daraus wird" spielt in satirischer Form auf die politische Vorgehensweise in den USA zu der damaligen Zeit an.
»Was ist ein Caucus-Rennen?« fragte Alice (...) »Nun,« meinte der Dodo, »die beste Art, es zu erklären, ist es zu spielen.« (...) Erst bezeichnete er die Bahn, eine Art Kreis (...) dann wurde die ganze Gesellschaft hier und da auf der Bahn aufgestellt. Es wurde kein: »eins, zwei, drei, fort!« gezählt, sondern sie fingen an zu laufen, wenn es ihnen einfiel, hörten auf wie es ihnen einfiel, so dass es nicht leicht zu entscheiden war, wann das Rennen zu Ende war. Als sie jedoch ungefähr eine halbe Stunde gerannt und vollständig getrocknet waren, rief der Dodo plötzlich: »Das Rennen ist aus!« und sie drängten sich um ihn, außer Atem, mit der Frage: »Aber wer hat gewonnen?« Diese Frage konnte der Dodo nicht ohne tiefes Nachdenken beantworten (...). Endlich sprach der Dodo: »Jeder hat gewonnen, und alle sollen Preise haben.«

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Giselheer dem Knaben
An meiner Wimper hängt ein Stern,
Es ist so hell
Wie soll ich schlafen –

Und ich möchte mit dir spielen.
– Ich habe keine Heimat –
Wir spielen König und Prinz.


von Else Lasker-Schüler

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Humpty Dumpty
„[…] Da hast du Ruhm!“
„Ich weiß nicht, was du mit ‚Ruhm‘ meinst“, sagte Alice.
Humpty Dumpty lächelte verächtlich. „Natürlich nicht – bis ich es dir sage. Ich meinte: Da hast du ein schönes zwingendes Argument!“
„Aber ‚Ruhm‘ heißt doch nicht ‚schönes zwingendes Argument‘“, entgegnete Alice.
„Wenn ich ein Wort verwende“, erwiderte Humpty Dumpty ziemlich geringschätzig, „dann bedeutet es genau, was ich es bedeuten lasse, und nichts anderes.“
„Die Frage ist doch“, sagte Alice, „ob du den Worten einfach so viele verschiedene Bedeutungen geben kannst“.
„Die Frage ist“, sagte Humpty Dumpty, „wer die Macht hat – und das ist alles. […]“
Anschließend an diese Passage aus Lewis Carrolls Alice hinter den Spiegeln wird der Name Humpty Dumpty häufig und meist in polemischem Sinn auch in der Philosophie verwendet:
Als Humpty-Dumpty-Argumente werden Behauptungen bezeichnet, (1.) die in einer Diskussion als gültig angeführt werden, ohne dass eine andere Begründung für sie angegeben wird als die Berufung auf faktische Macht, die es erlaubt, auf wirkliche Argumente zu verzichten, oder (2.) in denen Worte mit einer idiosynkratischen Bedeutung gebraucht werden, die von der allgemein akzeptierten Bedeutung in krasser Weise abweicht.
Als Humpty-Dumpty-Semantik gilt eine intentionalistische Sprachauffassung, die davon ausgeht, dass Worten ihre Bedeutung nicht qua Gebrauch zukommt, sondern dass sie durch bedeutungsverleihende Akte des Subjekts konstituiert wird. In dieser Bedeutung wird der Ausdruck vor allem im Zusammenhang der sprachanalytischen Kritik der Bewusstseinsphilosophie – etwa der Phänomenologie Husserls – gebraucht.

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